Ausstellung „Dieter Ruppert: Malerei und Skulptur“

Im Gewölbe des Alten Schlosses

Seit 2019 arbeitet Dieter Ruppert in Neustadt an der Aisch ehrenamtlich in der Druckstube im Alten Schloss, ab September ist eine Ausstellung des Künstlers auch in den Museen im Alten Schloss zu sehen. Darin wird ein Querschnitt aus Malerei und Skulptur präsentiert.

„Mich interessiert zum einen die Schönheit der Natur“, berichtet der gebürtige Würzburger über sein Schaffen, „auch in ihrem Verfall, auch die Ästhetik im Morbiden. Zum anderen die Übergänge von einem Bereich in einen anderen, z.B. vom rauen unbearbeiteten Holz zur glattpolierten Oberfläche, oder beim Malen und Zeichnen der Übergang von der zweiten in die dritte Dimension.“

Ruppert malt meist mit Acrylfarben auf Leinwand oder Holz, öfter auch auf OSB-Platten und bezieht dann deren Struktur in das Bild mit ein. Aquarelle werden kombiniert mit Collagen, z.B. Seidenpapier, Wellpappe oder Gaze. Dabei kommt öfter auch Rost oder Blattgold zum Einsatz. Die Bildmotive können sowohl gegenständlich sein, haben dann oft Stilllebencharakter, als auch ungegenständlich abstrakt.

Daneben stellt Ruppert Buntstiftzeichnungen aus. Diese sind für ihn in erster Linie Sehübungen, um den Bildgegenstand so realistisch wie möglich zu Papier zu bringen. Das möglichst genaue Erfassen der Struktur und Oberfläche, die detaillierte Darstellung des Objektes, um Proportion, Lichtführung und Komposition auf der Bildfläche stehen in seinem Focus.

Für seine Skulpturen verwendt Ruppert ausschließlich Todholz, also abgestorbene, z.T. morsche Äste und Stämme. Jedes einzelne Stück hat bereits sein Leben gelebt, hat seine ganz eigene Biographie und ist im Vergehen oder bereits abgestorben. Diesen Verfall stoppt er durch seine Bearbeitung und zeigt die ganze Schönheit, die in diesem Vergehen entstehen kann. Dabei geht er während des ganzen Arbeitsprozesses mit dem Holz in einen intensiven Dialog und ist selbst immer wieder überrascht, wo die Reise hingeht, wie dieses tote Stück Holz zu neuem Leben erwacht und was es ausdrücken möchte. Nie wird die ganze Oberfläche von ihm bearbeitet, immer soll teilweise auch die ursprüngliche Situation erhalten bleiben. Durch diesen Gegensatz von glattpolierter Holzoberfläche und verwitterten Strukturen entsteht eine reizvolle Spannung von morbider Schönheit in Rupperts Werken.

Die Ausstellung wird am 11. September um 19 Uhr eröffnet und ist vom 12. September an bis Dezember in den Museen im Alten Schloss immer mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.